Jumelage 2016

28.03.2019

Das 38. Treffen der CDA Zuid-Holland mit der Bonner CDU vom 7.-9. Oktober bot allen
Beteiligten ein großartiges Programm. Nach drei intensiven Tagen mit den holländischen
Freunden war klar, dass die diesjährige Jumelage ein voller Erfolg war. Rund 20
holländische Vertreter der CDA waren nach Bonn gekommen und haben am
umfangreichen Programm des Arbeitskreises Europa-, Außen- und Sicherheitspolitik
teilgenommen. Der Arbeitskreisvorsitzende Wolfgang Quirin dankte am Anfang der
Jumelage vor allem den Helferinnen und Helfern unter anderem Birgitta Kraus für die tolle
Unterstützung.
Bereits Freitag waren der Besuch der Vereinten Nationen und die Besichtigung des
Langen Eugens ein Höhepunkt. Bei gutem Wetter konnte die Gruppe von der 29. Etage
des Langen Eugen eine wunderbaren Blick über Bonn werfen. Abends begrüßte der erste
Bürgermeister der Stadt Bonn, Reinhard Limbach, die Gruppe im Alten Rathaus. Nach
einer Besichtigung des Alten Rathaus‘ ging es zum Ausklang des ersten Tages zum
gemeinsamen Abendessen mit dem Europaabgeordneten Axel Voss und dem
Kreisvorsitzenden Dr. Christos Katzidis. Der Kreisvorsitzende begrüßte am nächsten
Morgen auch die mehr als 40 Teilnehmer zu den Diskussionsrunden. Schwerpunkt des
diesjährigen Treffens war die Flüchtlingskrise. Aber auch über Themen wie den Brexit, der
Umgang mit Russland und die Digitale Revolution wurde gesprochen. Besonders begrüßte
der Kreisvorsitzende neben Axel Voss den holländischen Europaabgeordneten Jeroen
Lenaers und den Bundestagsabgeordneten aus dem Rhein-Erft-Kreis, Georg Kippels.
Alle Abgeordneten konnten aus ihrem Blickwinkel eine interessante Analyse der Situation
abgeben. Kippels legte in seinem Vortrag besonders Wert auf das Entstehen der Krise.
Detailliert zeigte er auf, dass die Flüchtlinge nicht erst durch ein Selfie der Kanzlerin und
das berühmte Zitat „Wir schaffen das“ ihren Weg nach Deutschland begannen – vielmehr
standen Hunderttausende bereits innerhalb der Europäischen Union. Sie waren bereits in
Österreich, Slowenien, Ungarn und der Bundesrepublik. Hier wurde eine schnelle
menschliche und speziell eine europäische Lösung benötigt und Merkel hatte keine Wahl,
als diesen Flüchtlingen zu helfen.
Axel Voss setzte in seinem Vortrag hier an und gab eine Prognose, wie die EU auf die
Krise mehr schlecht als recht geantwortet hat. Voss betonte, dass die
Flüchtlingsbewegung aber nicht erst seit dem Krieg in Syrien herrsche, sondern schon
vorher in den Maghreb-Ländern bedrohliche Ausmaße angenommen hatte. Der Fokus in
Deutschland war aber nicht auf die Fluchtrouten über das Mittelmeer gerichtet und man
betrachtete das Problem als italienische, spanische oder griechische Aufgabe. In den
Zeiten von Lampedusa waren wir in Deutschland nicht Helfer, sondern kritisierten die
Zustände und gaben Tipps wie man Flüchtlingen besser hilft. Der Bonner
Europaabgeordnete betonte, dass hinter jedem Drama im Mittelmeer zwei Dramen der
Flüchtlinge vorher, auf dem Weg nach Libyen, Ägypten oder Tunesien passieren. Nach
seinem Dafürhalten muss die Entwicklungshilfe, europäisch abgestimmt, deutlich verstärkt
werden, um Fluchtursachen besser zu bekämpfen und vor Ort Hilfen anzubieten.
Der holländische Europaabgeordnete Jeroen Lenaers begann seine Ausführungen mit
einem Rückblick auf bald 25 Jahre Vertrag von Maastricht. Vieles, was heute als Natürlich
gilt, war im Februar 1992 noch reine Spekulation. Lenaers sieht die EU zurzeit in einer
Krise. Eine Mammutaufgabe steht der EU in allen Mitgliedsländern bevor, um Vertrauen
wiederzugewinnen und die erreichten Erfolge nicht zu verspielen. In Großbritannien sieht
man die Folgen eines Brexits noch nicht ganz, dennoch ist die Wirtschaft schon stark
betroffen und das Pfund auf seinem niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Gerade in der
Forschung und Entwicklung, die europäisch aufgestellt ist, bringt ein Ausfall
Großbritanniens für die Insel einen immensen Verlust. Eines darf aber bei den
Verhandlungen nach Meinung des holländischen Abgeordneten nicht passieren: dass sich
die Briten jetzt die Rosinen herauspicken dürfen – hier müsse die EU als harter
Verhandlungspartner auftreten.
Nach den hitzigen Diskussionen nahmen die meisten Teilnehmer die Möglichkeit war, das
neue WCCB zu besichtigen. Abgeschlossen wurde die 38. Jumelage am Sonntag mit
einem Besuch des Pamir Studios Hakim Sapas in Swisttal-Morenhoven. Auf dem Plan
stand ein Vortrag über Bildungsfernsehen für Afghanistan – Möglichkeiten der medialen
Information durch private Initiativen. Damit endete das diesjährige Treffen in Bonn.
Arbeitskreisleiter Wolfgang Quirin empfing abschließend den Dank der holländischen
Gäste, für das umfangreiche wie interessante Programm verbunden mit der herzlichen
Einladung der CDA-Zuid Holland, 2017 in den Niederlanden den Austausch fortzuführen.